Brauchen Muslime wirklich Yoga?

Selbstverständlich ist es für Muslime eine Pflicht den eignen Körper "in Schuss" zu halten. Schließlich haben wir diesen als ein Geschenk unseres Schöpfers erhalten und er ist zu pflegen und fit zu halten. Sich als Muslim sportlich zu betätigen geht klar. Sport hilft uns Stress zu reduzieren, unser Gewicht zu halten und fit zu bleiben, damit wir inshaallah ein langes Leben haben.

 

Stress vermeiden und reduzieren ist für Muslime auch wichtig. Stress kennt jeder, auch wenn er noch so fest im Glauben verankert ist. Zuviel Stress führt uns zu innerer Unruhe und Anspannung. Dies beeinflusst wiederum unser Verhalten uns und anderen gegenüber. Wer viel Stress hat, vergisst schon mal höflich und nett zu anderen zu sein, wie es der Islam eigentlich für einen guten Muslim vorsieht.

 

In den letzten Jahren ist Yoga immer populärer geworden. Durch Yoga soll Stress reduziert, der Körper fit gehalten und der Geist wach gehalten werden. Das das mit Yoga funktionieren kann, ist unbestritten. Aber müssen Muslime wirklich Yoga machen, um das zu erreichen?

 

Yoga stammt aus Indien (so viel wissen wir wahrscheinlich alle) und hat seinen Ursprung im Hinduismus und teilweise in der buddhistischen Lehre. Yoga hat also einen religiösen Ursprung und diente gläubigen Hindus dazu sich selbst zu erkennen, zu reinigen, spirituelle Ziele zu finden und Erleuchtung zu erzielen (kann man wunderbar auch bei Wikipedia nachlesen).

 

Modernes Yoga ist zwar weniger spirituell aber hat dennoch einige religiöse Elemente wie z. B. die Mantras. Auch von Muslimen wurden in der Geschichte Arten von Yoga praktiziert. Vor allem die Sufis hatten verschiedene Übungen um "Gott näher zu kommen". 

 

Aber im großen und ganzen bleibt richtiges Yoga, also mit allen Aspekten (und nur so wirkt und funktioniert es) eine religiöse Praxis die auf dem Hinduismus basiert. Für Muslime ist es also fraglich ob Yoga ein gutes Mittel ist um Stress zu reduzieren und den Islam zu praktizieren.

 

Einwenden könnte man jetzt das Yoga ja lediglich eine Leibesübung darstellt. Richtig. Aber dann kann man ja auch einfach rhythmische Jazzgymnastik machen. Will man Yoga richtig machen, kann man die spirituelle Ebene nicht ausblinden und die ist nun mal nicht islamische und kratzt extrem hart an der wichtigsten Grundlage des Islam (den Glauben an den einen Gott). 

 

Als Muslim haben wir andere Möglichkeiten uns körperlich zu betätigen und unseren Geist zu stärken. 

 

1. Sport geht immer,

2. das fünfmalige Gebet (Salāt) am Tag beinhaltet: Bewegung, Meditation, Rezitation und gibt Ruhe und Kraft. Es hilft auch ganz gut gegen Stress, da wir fünfmal am Tag eine bewusste Pause einlegen,

3. das Rezitieren des Quran bringt uns Frieden und hilft uns zu fokussieren (und wir bekommen dafür auch noch Extra-Punkte bei Allah (subhaanahu wa ta-aalaa),

4. bei extremem Stress und Problemen können wir aus Sunna und dem Quran schöpfen und dort Lösungen finden,

5. Unser Glaube an Allah (subhaanahu wa ta-aalaa) gibt uns Kraft und Stärke.

 

Der Islam hat für jede Lebenslage eine Lösung und diese finden wir dort. Natürlich können und sollen wir auch nach sinnvollen Ergänzungen Ausschau halten und nichts unversucht lassen um uns, unseren Körper und unseren Geist fit zu halten. Aber müssen wir da bei anderen Religionen abkupfern. Auch in einer Kirche findet man Ruhe aber wer würde schon seinen Gebetsteppich in einem katholischen Gotteshaus ausbreiten und mit sein Du'a mit gefalteten Händen vor einem Kreuz verrichten.